Freitag, 2. Juli 2021

Alltägliches (XXXXV)

Foto: Heinz-Peter Tjaden
Sonia und der alte Fischer

Reisen bildet. Besonders, wenn man - wie ich - mit dem Fahrrad unterwegs ist und dieses Rad manchmal auch schiebt. Durch die Altstadt von Funchal nämlich. Denn Sonia, über die ich bereits im Januar berichtet habe, will nicht nur bei jeder Begegnung wissen, was ich von den Spielen bei der EURO 2020 halte, sie liest auch regelmäßig den "Madeira Observer", der natürlich immer besser werden soll, damit auch die Gäste des Restaurants "O velho pescador" ("Der alte Fischer") weiterhin gern diese internette Zeitung lesen.

Der Name des Restaurants, in dem Sonia und ihr Mann arbeiten, ist die erste Verbesserung, denn diesen Namen habe ich im Januar noch nicht erwähnt. Neben dem Eingang gibt es ein Bild von einem alten Fischer. Das hat Wolfgang Lass aus dem Ostseebad Rerik 2020 gemalt. Auch der Schriftzug über dem Eingang stammt von ihm. Außerdem die Meerjungfrau auf einer Tür in der Nähe des Lokals. Bei diesen im Januar noch fehlenden oder mangelhaften Informationen handelt es sich um weitere Verbesserungen. 

Alltägliches (XXXXIV)

Nicht nur der Flughafen
wird immer lebendiger, 
die Statistiker werden
es auch.
 
Madeira muss anbauen

Das ist die beeindruckendste Statistik, die ich jemals gesehen habe. Jede Steigerungsrate geht bei den Prozentzahlen in die Tausende.  Veröffentlicht wird dieses Zahlenwerk heute im "Jornal da Madeira" auf Seite 15, die ich beim Kaffee trinken vor einer Taverne gleich herumgezeigt habe. Die Begeisterung war riesengroß. Wir waren uns einig: Wenn das so weitergeht, muss Madeira mehrere Inseln anbauen.

Als Vergleichsmonate für die Entwicklung im Tourismus-Sektor wurden der Mai 2021 und der Mai 2020 herangezogen. Das konnte nur sensationell klingende Zahlen nach sich ziehen: 4850,2 Prozent plus bei den Gästen, 4035,4 Prozent plus bei den Übernachtungen. Denn im Mai 2020 war die Insel wegen Corona dicht. Kein Restaurant war geöffnet, kein Café, kein Museum, kaum etwas hätte Touristinnen und Touristen nach Madeira locken können, bereits gebuchte Reisen mussten storniert, Flüge und Kreuzfahrten gestrichen werden. 

Nur ein Vergleich der Monate Mai 2021 und Mai 1421 wäre noch beeindruckender ausgefallen. Denn vor 700 Jahren soll sich ein Liebespaar auf die Insel verirrt haben, das zudem nicht lange zu zweit war. Sie stammte aus England und starb schon bald, er stammte aus Schottland und starb kurz darauf.    

Mittwoch, 30. Juni 2021

Der Maskenführer (II)



Soll das etwa ein
monumentaler
Radweg
werden?

Zeltlager kann bald wieder aufgelöst werden


29. Juni, 11 Uhr: Mir ist zu Ohren gekommen, dass viele "Madeira Observer"-Leserinnen und -Leser immer noch vor dem Restaurant "Sun City" ausharren, weil sie nicht weiter wissen. Auf den Grünstreifen sollen sogar schon Zeltlager entstanden sein. Andere machen Picknick an der Bushaltestelle. Nur noch etwas Geduld, der Maskenführer wird in Kürze fortgesetzt.

Bekannt als Romy Schneider 

30. Juni, 19.10 Uhr: Die Estrada Monumental hält, was ihr Name verspricht. Trotzdem hat auch diese Straße ein Ende. Und da Sie sich nicht auf der Fähre nach Porto Santo verkrümelt haben, erreichen Sie nun mit uns die Avenida do Infante (Straße des Säuglings). 

Besuch bei Sissi.
Wir orientieren uns übrigens immer noch an den bisherigen Masken, obwohl weitere dazu gekommen sind, die uns aber nur irritieren würden. Auf der Straße des Säuglings gibt es keinesfalls besonders viele Hebammen und Kinderärzte, sondern Hotels, Geschäfte, ein Casino und kurz vor dem Casino die Statue einer Frau, die 1860 zum ersten Mal auf Madeira Urlaub gemacht hat. Diese Frau heißt Sissi und ist in Deutschland unter dem Namen Romy Schneider bekannt geworden. 

Die nächste Frau ist noch älter. Nach ihr ist der Park benannt, der dem Casino folgt. In diesem Park steht die älteste Kapelle von Madeira, sie ist der heiligen Katharina von Alexandrien gewidmet. Die Frau von Joao Goncalves Zarco, einer der beiden Entdecker der Insel, hat sie 1425 erbauen lassen. Wichtigstes Baumaterial war Holz. Holz = Madeira

Maske am
Bücherpavillon.
Genießen Sie den Ausblick auf den Hafen, bevor Sie die Stadt erobern.  Oder schauen Sie in den Bücherpavillon, wo es viel Lehrreiches über Mathematik und Sprachen gibt.