Freitag, 30. Juli 2021

Alltägliches (LVIII)

Die Maske und der Weihnachtsmann

Miguel Albuquerque glaubt weiter an die Maske und an die Ausgangssperre, weil er nicht an den Weihnachtsmann glaubt. Zitiert heute die "Diario de Notícias" den Präsidenten von Madeira. Dabei müsste Albuquerque wissen, dass es den Weihnachtmann gibt, denn 1897 ist der Assistent eines Untersuchungsrichters aus Manhattan von seiner achtjährigen Tochter gefragt worden, ob es den Weihnachtsmann gibt. Dieser Papa gab seiner Tochter den Rat, sich an die "New York Sun" zu wenden, denn in dieser Zeitung stehe immer die Wahrheit. 

Das tat die kleine Virginia und bekam auf ihren Brief zur Antwort: "Ja, es gibt den Weihnachtsmann, es gibt ihn so sicher, wie es die Liebe, die Großherzigkeit und die Treue gibt." Sie erschien am 21. September 1897 als Leitartikel von Francis C. Church.

Church hatte als Bürgerkriegsberichterstatter viel Elend gesehen, mit seinem Artikel wollte er verhindern, dass die Menschen noch trübsinniger wurden. Dieser Versuch war so erfolgreich, dass dieser Leitartikel bis 1950 Jahr für Jahr in der "Sun" erschien. Dann wurde die Zeitung eingestellt, doch seine Zeilen an die kleine Virginia überdauerten bis heute. 

Auch in diesen Corona-Zeiten haben wir bereits viel Elend gesehen, aber an den Weihnachtsmann glauben sollten wir weiterhin. Zumal der Autor Church heißt und in jeder Church noch ganz andere Dinge geglaubt werden.  Trotzdem würde Miguel Albuquerque wohl niemals sagen, dass er, weil er an die Maske und an die Ausgangssperre glaubt, nicht an die Heilige Katharina glaubt, nach der in Funchal ein Park benannt ist.  

Donnerstag, 29. Juli 2021

Statistisches

Leidet unter Einwohnerschwund.

Bevölkerungszahl auf 251 060 gesunken

Auf Madeira leben 251 060 Menschen, 53,1 Prozent Frauen und 46,9 Prozent Männer. Das ist eines der Ergebnisse der Volkszählung 2021, die jetzt veröffentlicht worden sind. Der Rückgang gegenüber 2011 beträgt 6,2 Prozent. Die Zahl der Geburten ist gesunken, die Zahl der Sterbefälle gestiegen. 

Einen ähnlichen Trend gibt es auch auf dem Festland. Dort beträgt der Bevölkerungsschwund zwei Prozent. Ausnahmen sind lediglich die Algarve mit einem Plus von 3,7 und die Metropolregion Lissabon mit einem Plus von 1,7 Prozent.   

Mittwoch, 28. Juli 2021

Alltägliches (LVII)

Wissenschaftlich
betrachtet wertvoll.

Covid-19 und die Task Force auf Madeira

Die Art, wie ich mich noch zu meinen Zeiten als blogger in der Region Hannover zur Corona-Pandemie geäußert habe, missfiel Amazon so sehr, dass meine Broschüre "Viele Grüße. Dein Corona-Virus" gleich wieder aus dem Programm genommen wurde. Die Universitäten Hamburg, Gießen und Bochum veröffentlichten sie allerdings im Rahmen eines Projektes über die Pandemie.

Als das Virus in der zweiten Hälfte des Jahres 2019 in Deutschland auftauchte, wurde es von Ärzten gar nicht erkannt, erst Anfang 2020 schreckten Meldungen aus China die Experten auf. Die vertraten im Laufe der Zeit so viele Meinungen und machten derart viele Vorschläge, dass so manchem der Kopf brummte. Das lag natürlich auch am Virus. Im Gegensatz zu Bakterien, von denen sogar Kulturen angelegt werden, käme bei Covid-19 niemand auf die Idee, dass dieses winzige Teilchen irgendwie nützlich werden könnte. Bei den meisten Menschen regt es nicht einmal das Denken an.

Deswegen gibt es auch auf Madeira eine Task Force, die das Denken übernimmt. Bis Ende August sollen 70 Prozent der Bevölkerung zweimal gegen Corona geimpft worden sein, derzeit hat rund die Hälfte die doppelte Dosis bekommen. Ob diese Impfquote reicht, ist so umstritten wie die Zahl der erforderlichen Impfungen. Immer häufiger gibt es Berichte über doppelt Geimpfte, die sich trotzdem angesteckt haben. Die Frage lautet: Ist eine dritte Impfung erforderlich?

Und was gehört zu dem weiterhin Erforderlichen? Die Maskenpflicht im Freien sicherlich nicht. Jede bekannte Studie beweist: Draußen ist die Ansteckungsgefahr so gering, dass sie als fast nicht vorhanden gelten kann. Denn in der freien Natur können sich keine Aerosole bilden, die einem Virus als Taxi für die Verbreitung dienen. Wer an Maßnahmen festhält, die als sinnlos erkannt werden können, gefährdet auch die Akzeptanz sinnvoller Maßnahmen. 

 

Dienstag, 27. Juli 2021

Alltägliches (LVI)

Findet man in keinem
Luxus-Schuppen.
Foto: Heinz-Peter Tjaden

Schlechte Zeiten für teure Schuppen

Madeira wird nie das Sylt des Atlantiks. Das wird in diesem Jahr noch deutlicher als sonst. Aus dem Tourismus-Ministerium hört man laut "Jornal da Madeira" von heute, dass sich auf der Insel immer mehr Touristinnen und Touristen einfinden, die lieber draußen etwas erleben wollen als sich im Hotel zu langweilen . Wenn aber jemand lieber wandert als an der Hotelbar Champagner zu schlürfen, dann erwartet er von seiner Unterkunft auch nicht viel mehr als ein bequemes Bett, ausreichende Sauberkeit und ein nahrhaftes Frühstück. 

Für die teuren Schuppen, die im Hotel-Viertel von Funchal stehen, sieht es 2021 also fast so schlecht aus wie sie von draußen aussehen.  Wer solch einen Kasten in die Gegend stellt, muss wohl kaum Architektur studiert haben. Kürzlich bin ich in Sao Martinho nach oben geschlendert, bis ich mich fragte, ob ich das Hotel, an dem ich vorbeikam, nicht schon einmal gesehen hatte.  War ich froh, als ich wieder am Atlantik war. Wenn der von einem dieser Hotel-Hinsteller gestaltet worden wäre, sähe er aus wie jedes andere Meer. 

Ich kenne solche Luxus-Hotels übrigens auch von innen. Dort sehen sie auch alle ähnlich aus. Diese große Ähnlichkeit von außen und von innen kann ungeahnte Folgen haben. Diese zum Beispiel: Ich lande, werde zu meinem Hotel gebracht, bringe meinen Koffer aufs Zimmer, nehme an der Pressekonferenz teil, mache anschließend einen Bummel und gehe in das Hotel, das neben meinem Hotel steht, mit der Schlüsselkarte, die man mir an der Rezeption aushändigt, öffne ich die Zimmertür, in dem Zimmer stehen mehrere noch nicht ausgepackte Koffer. Mir wird klar: Ich bin im falschen Hotel, gebe die Schlüsselkarte wieder ab und täusche einen weiteren Bummel vor. 

Auch deswegen wird Madeira nie das neue Sylt: Auf der Insel trifft man auch Rucksacktouristen, die in der freien Natur übernachten oder am Atlantik ein Nickerchen machen. Beliebt als Schlafplatz ist auch die Festung in Funchal. 

Alltägliches (LV)

Foto: Heinz-Peter Tjaden

👯❗ Sie waren für die Kinder so lehrreich

Baustellen werden seit dem 27. Juli einfach wegasphaltiert




Nur Pluspunkte für Baustellen in der Estrada Monumental

25. Juli 2021. Ein Lokalpolitiker hat sich in diesen Tagen zu einer massiven Kritik an den Tiefbauarbeiten in einem Teilstück der Estrada Monumental verstiegen. Die Baustellen seien chaotisch, unübersichtlich und eine Zumutung. Deshalb ist "Observer"-Redakteur Heinz-Peter Tjaden 500 Meter nach dem "Madeira-Forum" von seinem Fahrrad gestiegen, um bis zum Hotel "Baia Azul" Fotos zu machen, mit denen die Kritik dieses Lokalpolitikers widerlegt wird. Foto für Foto sammeln die Baustellen Pluspunkte. 

+-Punkt
 Pluspunkt 1: Die Baumaschinen und das Baumaterial werden   abends dort gelagert, wo die Autos nur morgens nach Funchal   fahren.



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Pluspunkt 2: kurze Wege zwischen Baustelle und Scheißhaus





+-Punkt
Pluspunkt 3: Kinder lernen, während sie immer schön aufpassen, ganz nebenbei verschiedene geometrische Formen kennen, hier: das Quadrat und dort...



+-Punkt
Pluspunkt 4: ...das Rechteck







+-Punkt
Pluspunkt 5 und Pluspunkt 6: Street Art als krönender Abschluss 








+-Punkt


Samstag, 24. Juli 2021

Alltägliches (LIV)


Geschichtsträchtiges
Gebäude. 

 Wahlwürfel mit einer Frau

 Dieser Wahlwürfel steht in der City von Funchal an der Avenida   do mar, der Spruch lautet "Funchal immer voraus" ("Sempre a frenta"), ein Spruch, den fünf Männer machen, die sich dafür eine Frau dazu geholt haben? 

Aufgestellt werden könnte solch ein Würfel in jeder Stadt. Denn wo man auch hinschaut, Frauen spielen in der Politik eine viel zu geringe Rolle. 

Gruppenbild mit Dame.
Außerdem würden Frauen sich wohl für einen anderen, längeren Spruch entscheiden. Vielleicht für diesen: "Funchal immer voraus mit Camara de Lobos, Santa Cruz, Calheta, Santana, Porto Moniz, Sao Vicente, Ponta do Sol."

Denn Frauen sind keine solchen Angeber wie Männer. 

Donnerstag, 22. Juli 2021

Alltägliches (LIII)

Fest in der Altstadt von
Hannover. Foto: Tjaden
Ein paar Sätze über Fahrräder und über Wohnungen in Deutschland und auf Madeira

Zwei Dinge kennt kaum jemand in Funchal: Männer, die nicht in einem Auto sitzen, sondern auf einem Fahrrad, um sich fortzubewegen, und Hannover, wo ich zuletzt gewohnt habe. Dort wurde ich zwar nicht geboren, aber von einer schönen Frau hingelockt. Aus lauter Dankbarkeit heiratete ich sie am 7. September 1979. Auch in Hannover legte ich die meisten Strecken mit dem Fahrrad zurück. Das gefiel auch meinen Hunden. Die waren nämlich alle gut auf den Pfoten und vom Stadtwald aus erreicht man fast alle Stadtteile.  

Hannover ist die Hauptstadt des Bundeslandes Niedersachsen, hat mehr als 500 000 Einwohnerinnen und Einwohner und trotzdem keinen guten Fußballverein. Funchal ist die Hauptstadt von Madeira, hat mehr als 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner und ebenfalls keinen guten Fußballverein. 

Wie auf Madeira leben auch in Deutschland die meisten Menschen in Wohnungen, für die sie Miete zahlen. Die ist inzwischen so hoch, dass viele nicht mehr wissen, woher sie das Geld für die Miete nehmen sollten, wenn der Staat sich nicht an der Miete beteiligen würde. 

Miete zahlen bedeutet in Deutschland aber nicht unbedingt, dass man auch den Eigentümer der Wohnung kennt. Manche verstecken sich in Europa, sammeln in ihren Verstecken Geld ein, kaufen davon in Deutschland Häuser und gründen zu diesem Zweck Firmen, die nur die Geldgeber schützen, die sich um nichts kümmern müssen. So haben sie viel Zeit, um ihre Kontoauszüge abzuheften. 

Deswegen freue ich mich darüber, dass ich auf Madeira weiß, wer mir mein Zimmer in einer Wohngemeinschaft vermietet hat, denn in Deutschland war das nicht immer der Fall, muss etwas im Haus oder im Garten getan werden, ist sofort jemand da. Noch kommt er mit dem Auto, aber irgendwann vielleicht sogar mit einem Fahrrad. Ich würde ihm auch meins leihen. In Deutschland gibt es übrigens eine Stadt, in der das Rad das beliebteste Verkehrsmittel ist. Diese Stadt heißt Münster.



Mittwoch, 21. Juli 2021

In den Bergen verschwunden

Keine Spur von Marathonläufer Michal Kozek

15. Juli 2021. Im Hotel Savoy Saccharum hat er am 7. Juli seine Sportschuhe geschnürt, um 18 Uhr ist er los gelaufen. Der 35-jährige polnische Marathonläufer Michal Kozek, der mit seiner Frau und seinen beiden Kindern die Ferien in Calheta verbringt, ist seitdem verschwunden. Polnische Zeitungen berichten ausführlich, die polnische Botschaft in Lissabon verfolgt aufmerksam die Suche nach dem Vermissten, in den sozialen Medien wird die Nachricht ebenfalls verbreitet.

Das Handy, das Michal Kozek bei sich hat, konnte in den Bergen nicht geortet werden, das letzte Signal kam vom Pico da Urze in Paul da Serra. Feuerwehr und Polizei fanden keine Spur des 35-Jährigen, sein Bruder hat eine Suchmannschaft aus Ultraläufern gebildet, die das Gelände durchkämmen.

Die Familie von Michal Kozek lebt im Kanton Zürich. 

17. Juli 2021. Der Bruder des Vermissten will Madeira erst wieder verlassen, wenn er seinen Bruder gefunden hat.

21. Juli 2021. Der Bruder von Michal Kozek erholt sich im Krankenhaus von den Strapazen der unerimüdlichen Suche.  

Dienstag, 20. Juli 2021

Alltägliches (LII)

Jornal da Madeira, 20. Juli 2021

Blitzbesuch des Parlamentes von Madeira

45 Jahre Parlament von Madeira-das ist dem portugiesischen Präsidenten Marcelo Rebelo de Sousa ein Blitzbesuch auf der Blumeninsel wert gewesen. Denn für ihn ist ein Traum in Erfüllung gegangen, den die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht einmal zu träumen wagt.  

Seit 45 Jahren ein eigenständiges Parlament in der autonomen Region Bayern, nie hätte Merkel sich bei Parteitagen der CSU blamieren lassen müssen, nie hätte sie sich vor geplatzten Koalitionsverhandlungen fürchten müssen. Keine Regierungsbildung in Berlin wäre schwierig geworden.

Da sich das Rad der Geschichte aber nicht zurückdrehen lässt, darf Sousa sich bei Besuchen der Schönheit der Insel erfreuen und kann sich bei jedem Widerwort der autonomen Regierung von Madeira sagen, dass er in wenigen Stunden schon wieder in Lissabon sein wird, während sich Merkel zwar der Schönheit Bayerns erfreuen darf, sich aber nicht mit dem Gedanken an den baldigen Rückflug nach Berlin trösten kann, weil Bayern vor 72 Jahren nicht nur das Grundgesetz abgelehnt hat, sondern vor 45 Jahren auch noch autonom wurde.  

Sonntag, 18. Juli 2021

Alltägliches (LI)

29. Oktober 1993
Hier klicken
Jetzt hilft Funchal Leichlingen


Blütenstadt und Hauptstadt der Blumeninsel: Sie helfen sich, wenn es nötig ist. In Leichlingen gibt es seit 1997 eine Funchal-Brücke, in Funchal eine Rua de Leichlingen. Die Städtepartnerschaft zwischen der Hauptstadt von Madeira und der Kleinstadt aus dem Rheinland besteht seit 1996. Die ersten Kontakte haben die Feuerwehren der beiden Orte geknüpft. 


Auch in Zeiten der Not ist man füreinander da: 1993 nach dem Hochwasser in Funchal, jetzt nach dem Hochwasser in Leichlingen. Funchals Bürgermeister Miguel Silva Gouveia versichert dem Bürgermeister von Leichlingen, Frank Steffers: "Wir werden jede erforderliche Unterstützung leisten wie das 1993 auch geschehen ist."

Leichlingen sei ein wichtiger Partner, man habe viel voneinander gelernt, dazu beigetragen hätten Austauschprogramme für Studenten und Senioren, mit denen der Zusammenhalt gestärkt worden sei.   

Samstag, 17. Juli 2021

Alltägliches (L)

Feierlicher Moment. 
Feierliches und sportliches Funchal

Funchal feierlich, Funchal sportlich: In der Hauptstadt von Madeira ist für Abwechslung gesorgt. Im Katharinenpark sind mir Mädchen und Jungen aufgefallen, die sich auf dem Kapellenplatz aufstellten und wohl einen besonderen Augenblick erlebten. Mein Eindruck: Die christlichen Pfadfinder begrüßten neue Mitglieder.

Auf dem Platz des Volkes fielen mir Männer auf, die ungefähr doppelt so groß waren wie ich und mit einem Ball auf einen Korb zielten, der hin und wieder auch getroffen wurde. Als besonders trickreicher Spieler erwies sich ein gewisser Jorge G.. 

Jorge G. kommt über links.
Fotos: Heinz-Peter Tjaden

Über Basketball weiß ich eigentlich nur, dass die meisten Spieler in die NBA wollen. NBA steht für National Basketball Association, diese Profiliga ist 1946 in New York gegründet worden. Dort verdient ein Spieler in einem Jahr ungefähr so viel wie Cristiano Ronaldo in einer Stunde. Dennoch: Ich drücke Jorge G. die Daumen. 

 

Alltägliches (XLIX)

Foto: Heinz-Peter Tjaden
Was war da los?

Ich habe heute Morgen vor der Taberna do Arieiro in Sao Martinho im "Jornal de Madeira" hin- und in der "Diario de Notícias" hergeblättert, doch einen Bericht zu dem Foto, das ich gestern Nachmittag in Funchal vor der Kirche des Jesuiten-Kollegs bzw. der Kirche Sankt Johannes der Evangelist gemacht habe, fand ich nicht.

Allerdings fanden schon viele bei Facebook dieses Foto sehenswert, doch meine Frage "Was war da los?" beantwortete bisher niemand. Deshalb versuche ich es nun auch hier. 

Freitag, 16. Juli 2021

Der Maskenführer (III)

Vorbildlicher Radweg und
vorbildliche Fußgänger.
Foto: Heinz-Peter Tjaden

Regierung wagt das Gewagte für den Radverkehr

Im Maskenführer vom 30. Juni 2021 habe ich die seinerzeit noch gewagt klingende Vermutung geäußert, dass die Regierung von Madeira das Radwegenetz erweitern wird. Jetzt wird das Gewagte gewagt: An der Estrada Monumental entsteht zwischen dem Restaurant "Avista" und der Avenida do Infante ein vorbildlicher Radschutzsteifen für beide Fahrtrichtungen. 

Und wie das auf Madeira so ist: Die ersten Fußgängerinnen und Fußgänger, die von Sao Martinho nach Funchal wollen, probieren diesen neuen Weg bereits aus. Doch noch kann ich mich durchschlängeln. 

Vor dem Autoverkehr werden die Radfahrerinnen und Radfahrer geschützt. Einen solchen Schutz sollte es auch auf der Bürgersteigseite geben. Nur viel höher. 

Dienstag, 13. Juli 2021

Alltägliches (XXXXVIII)

Hübsche Gegend. 
Foto: Heinz-Peter Tjaden

Busfahrt mit Fotoapparat

Wenn es um das Flechten von Körben geht, ist Camacha das Zentrum von Madeira. Das Städtchen gehört zum Kreis Santa Cruz, liegt fast 700 Meter über dem Meeresspiegel und hat gut 7 000 Einwohnerinnen und Einwohner. Hin kommt man mit dem Taxi oder mit dem Bus. Ich habe den Bus genommen.

Der fährt fast vor meiner Haustür ab und ist gelb. Ich frage den Busfahrer, ob ich bei ihm ein 24-Stunden-Ticket für fünf Euro kaufen kann. Kann ich nicht. Dann frage ich ihn, was die Busfahrt nach Camacha kostet. "Bei mir bekommen Sie nur eine Fahrkarte für Funchal", antwortet er. Kostet 1,95 Euro. An der Gondel-Station muss ich in die Linie 129 umsteigen. Kostet 2,20 Euro.

Die Busfahrt gefällt mir. Die Aussicht wird immer besser, der Fahrer nimmt die Kurven mit großer Gelassenheit. Auf die Idee, vom Bus aus Fotos zu machen, bin ich erst bei der Rückfahrt gekommen. Die habe ich bei Facebook veröffentlicht.

EURO 2020 (XII)

Und täglich grüßen zwei von der Insel gezeichnete Damen, Cristiano Ronaldo und der Papst

Zwei Männer sind täglich im "Jornal da Madeira"(JM): der Papst und Cristiano Ronaldo. Möglicher Grund: Beide wohnen in Italien. Der eine hat einen nicht kündbaren Vertrag mit der katholischen Kirche, der andere einen mit Juventus Turin, der bis 2022 gilt.  Auch zwei Frauen sind täglich im JM: Die sitzen am Fenster und sind gezeichnet-von einem Cartoonisten und vom Leben auf der Insel. 

Zum Leben auf Madeira gehören zwei Fußballvereine: Nacional und Maritimo. Bevor der Ball wieder rollt, haben diese Vereine 30 Spieler ausgemustert. Damit Nacional schnell wieder aufsteigt und Maritimo nicht erneut um den Klassenerhalt bangen muss. 

Eine der beiden gezeichneten Damen findet die Ausmusterungen allerdings nicht so gut, bekommt aber Contra von der anderen gezeichneten Dame: "Die sind ein Signal für die Qualität der Arbeit im vergangenen Jahr."

Auch in der katholischen Kirche häufen sich die Ausmusterungen. Da ist für den Papst die EURO 2020 eine tolle Ablenkung gewesen. Cristiano Ronaldo war zwar nicht so lange dabei  wie erhofft, dafür hat aber Italien den Titel gewonnen. Der Papst gratuliert im JM aber nicht nur den Azzurri, sondern auch Argentinien. Denn sein Heimatland hat die Copa América gewonnen. Mit der Hilfe Gottes, meint zumindest Leonie Messi: "Ich glaube, dass sich Gott diesen Erfolg für mich aufgehoben hat-in einem Finale gegen die Brasilianer in ihrem Land."

Wann Cristiano Ronaldo ausgemustert wird, bestimmt er selbst. Die "Bild"-Zeitung wünscht ihn sich schon nach Paris, denn PSG bastele "an seiner Weltauswahl". Ich bin gespannt, wie das die beiden gezeichneten JM-Damen finden würden. 


Sonntag, 11. Juli 2021

Wer liest den Observer?

Foto: Heinz-Peter Tjaden 
 

Ist doch klar, die meisten lesen ihn in Deutschland. 

Diese Antwort ist falsch.

Die Statistik von heute beweist wieder einmal, die meisten lesen den "Observer" in Portugal. Das ist so, seit ich auf Madeira lebe und intensiv an diesen Seiten arbeite.

Ein weiterer Grund könnte sein: Auf den Fotos, die ich veröffentliche, kann man etwas erkennen. Dieses Foto habe ich am 27. Juni gemacht. Die Leute sind nicht mehr da, aber die Klamotten. Habe ich heute in der Zeitung in einem Bericht mit  undeutlichem Foto gelesen, das wahrscheinlich den gleichen Uferabschnitt zeigt.  










 

Samstag, 10. Juli 2021

Medien 2021

Tiefblauer Atlantik. 
In einer anderen Welt


Die Seilbahn schaukelt in eine andere Welt. Drei Minuten dauert der Schwebeflug abwärts an die einsamen Tiefen der Südküste nach Fajã dos Padres, einst bewirtschaftet von Jesuiten, gesegnet durch ein Mikroklima. Ein Garten Eden aus Papaya, Avocado, Fenchel, Rote Bete.

Der Pfad führt durch Bananenplantagen auf den Steinstrand zu, an dem die Wellen klackernd ausrollen. Hibiskus und Baum-Aloe stehen im Wettstreit um das intensivste Rot. Strelitzien leuchten orange, der Atlantik schimmert tiefblau. Das Meer macht Appetit. Fisch des Tages im spärlich belegten Restaurant über dem Strand ist Dorade. 

Die Welt, 17. Januar 2021

Täglich stehen im Madeira-
Journal zwei Frauen am
Fenster und lästern. Am
10. Februar über die
Einschränkungen beim 
Karneval.  
12. bis 21. Februar: Karneval auf Madeira

Nicht nur In Rio de Janeiro, auch auf der Insel Madeira wird der Karneval ausgeprägt gefeiert. Karneval auf Madeira (port. „Carnaval na Madeira„) ist wohl einer der schönsten und farbenprächtigsten in Europa. Am Karnevalsamstag findet hier der allegorische Hauptumzug statt, der aufwendigere von zwei, bei dem viel Engagement der Teilnehmer gefragt ist. Dieser Hauptumzug erinnert an einen Karnevalumzug in Brasilien, bei dem zahlreiche Samba-Gruppen in farbenprächtigen Kostümen durch die Straßen von Funchal tanzen und mit der Samba-Musik gute Stimmung verbreiten.

Hier weiterlesen, 28. Januar 2021

In Spendierhosen

Das ist Spitze! Die Spitzenmeldung von heute illustriert das "Madeira-Journal" mit einem Foto von Uschi aus der mächtigsten Kleinstadt Europas in Spendierhosen. Damit die Blumeninsel weiter blüht, macht sie 561 Millionen Euro locker, die bis 2026 in sieben wichtige Bereiche wie Schulen, Wirtschaft und Tourismus gesteckt werden sollen. Weiter so!


Schöner schlafen

Bereits seit dem 17. Jahrhundert empfangen die Quintas, ehemalige Herren- oder Gutshäuser auf Madeira Besucher aus aller Welt. Ursprünglich nutzten vor allem wohlhabende Kaufleute auf ihrem Weg über den Atlantik die prächtigen ländlichen. Noch heute sind die Quintas beliebte Orte zum Übernachten. Sie dienen als Rückzugsort für alle jene, die in den Charme vergangener Zeiten eintauchen möchten.

Oe24, 1. März 2021

Verlass auf Regenreifen

Nummer 19 steht auf Regenreifen. Heute jedenfalls, denn sein Arbeitsplatz, die steil abschüssige Straße, ist feucht und rutschig. In seinem Job braucht er „Grip“ auf dem Asphalt, vor allem in scharfen Kurven. Auf seine Regenreifen kann Nummer 19 sich dabei verlassen. Sie haben tiefes Rillenprofil, rollen aber nicht, sondern sind als zentimeterdicke Sohle unter seine verschrammten Stiefel genäht, so wie die Trockenreifen und die Allrounder unter zwei weitere Stiefelpaare. Nummer 19 bildet heute ein Team mit Nummer 13. So stehen sie auf dem Tagesablauf von Nummer 148. Er koordiniert, welche Korbschlitten von wem und wann aus Madeiras 600 Meter hohen Wallfahrtsort Monte ins Tal gelenkt werden. Dabei dirigiert er seine Kollegen nur nach Nummern. Jeder Korbschlittenlenker – portugiesisch: Carreiro – hat eine Nummer, auf Lebenszeit vergeben und eingestickt in die blaue Uniform-Fleece-Jacke.

Rheinische Post, 3. März 2021

Anwältin mit "Mollmäusen" beschäftigt

Statt großem Kino sei es Zeit für ruhige Töne. So hat es Stephanie Müller-Bromley formuliert, als der Kinderchor „Mollmäuse“ seinen neuen Song vorgestellt hat: „Portugal meu amigo“. Doch seit Montag ist es genau umgekehrt. Die Chorleiterin, im Hauptberuf Anwältin mit einer Kanzlei in Tecklenburg und einem Büro auf der portugiesischen Insel Madeira, kommt kaum noch zum Arbeiten.


Madeira darf nicht angesteuert werden

Wie im Dezember musste AIDA Cruises nun auch für die neuen Touren von AIDAperla eine Routenanpassung vornehmen. Madeira (Portugal) kann weiterhin deshalb nicht angesteuert werden, weil internationale Kreuzfahrten laut der Regierung in Madrid weiterhin untersagt werden. Daher müssen die Schiffe auf den Kanarischen Inseln verbleiben. Statt Madeira wird auf der Route La Palma angesteuert, in Santa Cruz de Tenerife gibt es ein Overnight. Start- und Zielhafen bleibt der Hafen von Las Palmas de Gran Canaria. 

Schiffe und Kreuzfahrten, 20. März 2021

Madeira bekommt Tier-Ombudsmann

Das Parlament von Madeira hat heute die Schaffung des Postens des Tier-Ombudsmannes genehmigt. Damit ist die Region nach Angaben der Regionalregierung die einzige im Land, die eine institutionelle Einrichtung zur Verteidigung der Rechte und des Wohlergehens von Tieren hat.

The Portugal News, 24. März 2021

Ronaldo wirft Kapitänsbinde weg

Bedauerlicherweise war das die Kapitänsbinde. Ausgerechnet jenes Symbol, das für Ehre, Respekt, Verantwortungsgefühl und Führungsqualität steht. Unklar, was die Portugiesen nun mehr entsetzte: das geklaute Tor, das ihrer Nation den Sieg kostete, oder die theatralische Geste ihres Führungsspielers. Aufgrund der verheerenden Symbolik sah sich Ronaldo, nachdem die Wut verraucht war, genötigt, bei seinen Landsleuten Abbitte zu leisten. Nein, keineswegs wollte er sein geschätztes Privileg als Mannschaftsführer wegwerfen oder sich sogar vom Nationalteam lossagen. Dann sollte er sich künftig aber nicht so verhalten, als könnte ihm die Kapitänsbinde gestohlen bleiben.

Augsburger Allgemeine, 28. März 2021

Mehr als ein billiger Kochwein

Wer an Madeira denkt, der denkt wahrscheinlich als erstes an Fußball. Oder an Blumen. Schließlich ist die grüne Insel im Atlantik nicht nur die Heimat des portugiesischen Weltstars Cristiano Ronaldo, sondern wegen ihrer unerhörten Blütenpacht auch Jahr für Jahr das Ziel zahlloser Kreuzfahrt- und Wandertouristen. Außer Deutschen, Holländern und Franzosen fliegen vor allem Briten auf das steile Eiland vor der Nordwestküste Afrikas – und die haben dann oft auch noch eine weitere Assoziation, wenn sie den Namen Madeira hören: den gleichnamigen Wein, der sich im Königreich traditioneller Beliebtheit erfreut, hierzulande dagegen ein trauriges Schattendasein als billiger Kochwein fristet.

  
Reizvoll für digitale Nomaden

Die Region kletterte in  die Top 10 der Liste der besten Reiseziele der Welt für digitale Nomaden. In dieser Liste stehen mehr als 2000 Ziele. Der Aufstieg begann Anfang des Jahres. Grund ist das Madeira Digital Nómadas-Projekt mit bereits mehr als 6200 registrierten Personen. Darauf wurden Medien in aller Welt aufmerksam. Die Projektverantwortlichen betonen, dass keine großen Investitionen erforderlich sind, meinen jedoch, dass die Region weltweit führend im Bereich des digitalen Nomadismus werden kann.

RTP Madeira, 19. April 2021

Blumenfest im Oktober

Vorbild soll das Blumenfest im vorigen Jahr sein. Verlautet laut "Journal Madeira" vom 30. April 2021 aus der Tourismus-Behörde. Angepeilt werde  der 3. Oktober mit der Möglichkeit weiterer Aktionen an verschiedenen Tagen.

Neues Modell für äußerste Regionen

Die Europäische Union wird die Post-Covid-Strategie in den äußersten Regionen neu formulieren. Die Überprüfung folgt dem Aufruf von Miguel Albuquerque vor einer Woche, in dem er neue Lösungen für das „unverhältnismäßige Leiden“ befürwortete, das die Pandemie in den OPs verschärfte. Die Reaktion von Kommissarin Elisa Ferreira war positiv und das neue Modell wird 2022 eingeführt.

Journal Madeira, 9. Mai 2021

Weniger Bananen verkauft

In den ersten vier Monaten des Jahres 2021 sind 4717,5 Tonnen Bananen verkauft worden, 428,9 Tonnen weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum, melden die Statistiker Madeiras.

Journal Madeira, 11. Mai 2021

Auch auf Madeira feiern die Fans von Sporting Lissabon

11. Mai 2021. Sporting Lissabon ist nach 19 Jahren wieder portugiesischer Meister geworden. "Diario Noticias" veröffentlicht Bilder aus Funchal. Hier klicken

Portugal legt sich mit EU-Kommission an

Die Europäische Kommission hat festgestellt, dass die Beihilferegelung für die Freizone Madeira (Regelung III) in Portugal nicht im Einklang mit den Beschlüssen der Kommission aus den Jahren 2007 und 2013 durchgeführt wird. Die genehmigte Regelung sollte durch steuerliche Anreize die wirtschaftliche Entwicklung dieses Gebiets in äußerster Randlage ankurbeln. Daher durften die Steuerermäßigungen gemäß den Kommissionsbeschlüssen nur Unternehmen gewährt werden, die dort durch tatsächlich und materiell auf Madeira ausgeübte Tätigkeiten Arbeitsplätze schufen.

Die Untersuchung der Kommission ergab jedoch, dass gegen die in den Beschlüssen festgelegten Bedingungen und gegen die EU-Beihilfevorschriften verstoßen wurde, da die Steuerermäßigungen Unternehmen gewährt wurden, die keinen echten Beitrag zur Entwicklung der Region leisteten, und dafür auch nicht auf Madeira geschaffene Arbeitsplätze berücksichtigt wurden. Portugal muss nun die nicht mit dem Binnenmarkt vereinbaren Beihilfen plus Zinsen von den Unternehmen zurückfordern, die die Voraussetzungen für die Beihilfegewährung nicht erfüllten. 


Dagegen will sich Portugal vor Gericht wehren, meldet am 15. Mai 2021 der "Observador"

Flagge zeigen am "Tag von Portugal"

21. Mai 2021. Der 10. Juni wird als "Tag von Portugal" gefeiert. Der Präsident von Portugal, der Regionalpräsident und die Stadtregierung von Funchal haben sich gestern darauf geeinigt, dass an diesem Tag in der Hauptstadt von Madeira die Nationalflagge gehisst wird (Rathausplatz). Außerdem ist eine Militärparade auf dem Platz der Autonomie und auf der Avenida do Mar geplant, berichtet heute das "Journal Madeira".

Europäischer Geist

Bei einem Gespräch mit Vizekanzler Olaf Scholz hat der portugiesische Premierminister Antonio Costa die "engen Beziehungen zwischen Portugal und Deutschland" als "sehr hilfreich" für die Europäische Union bezeichnet. Trotz unterschiedlicher Stärke und voneinander abweichender Wirtschaftsstrukturen gebe es eine "lange Tradition der Zusammenarbeit", die vom "europäischen Geist" geprägt sei.

Journal Madeira, 23. Mai 2021

PS-Generalsekretär hält Madeira für schwierig

„Ich weiß, dass Madeira immer eine schwierige Region für politische Aktivitäten ist, aber die Wahrheit ist, dass die Fähigkeit der PS, sich auf lokaler Ebene zu behaupten, es ermöglicht hat, sie auf regionaler Ebene zu stärken“, erklärte er und unterstrich, die Partei sei stolz darauf, "wirklich" an die Dezentralisierung zu glauben.

António Costa sprach bei der Präsentation der Kandidatur von Célia Pessegueiro für den Stadtrat von Ponta do Sol im Westen der Insel Madeira, der bei den diesjährigen Kommunalwahlen für eine zweite Amtszeit antritt.

Sapo24, 7. Juni 2021

Flugzeug der Luftwaffe verunglückt

Um avião da Força Aérea Portuguesa sofreu um acidente ao aterrar no Porto Santo.

A aeronave partiu o trem de aterragem, acabando por ficar parada na pista como se pode ver nas imagens da autoria do fotógrafo Pedro Menezes.

Ein Flugzeug der portugiesischen Luftwaffe verunglückte bei der Landung in Porto Santo. Das Flugzeug landete mit zerstörtem Fahrwerk auf der Piste, wie auf den Bildern des Fotografen Pedro Menezes zu sehen ist.

Journal Madeira, 10. Juni 2021

Einladung zu Flitterwochen

Nach und nach berichten alle Medien in Portugal und auf Madeira darüber, dass der Regierungschef von Madeira, Miguel Albuquerque, den britischen Premierminister Boris Johnson eingeladen hat, seine Flitterwochen auf der Blumeninsel zu verbringen. Diese Einladung darf durchaus als Seitenhieb auf die englische Corona-Politik verstanden werden, die nicht nur Albuquerque übel aufstößt. Und was macht Johnson? Seine Frau und er schlendern mit Joe Biden und Frau durch Cornwall. 

15. Juni 2021

Geld aus Brüssel

Brüssel/Lissabon/Madrid - Knapp ein Jahr nach dem EU-Beschluss für ein großes Corona-Aufbauprogramm haben die wirtschaftlich hart getroffenen Länder Spanien und Portugal konkrete Aussicht auf das erste Geld.Die EU-Kommission billigte am Mittwoch die Aufbaupläne beider Länder - 69,5 Milliarden Euro für Spanien und 16,6 Milliarden Euro für Portugal. Kommissionschefin Ursula von der Leyen reiste zur Übergabe der Bescheide persönlich nach Lissabon und Madrid. Der Start der Auszahlungen wird für Juli erwartet. Vorher muss noch der Rat der EU-Länder zustimmen.

Marbacher Zeitung, 16. Juni 2021

Tolle Seite ohne Adresse

Ein Sekretär der Regionalregierung, der sich um maritime Themen kümmert, äußert sich laut "Diario de Notícias" begeistert über eine Internet-Seite, die am Freitag ins Netz gestellt worden ist. Die "ganze Welt" könne nun erfahren, wie hervorragend die Regionalregierung "im Seegebiet arbeitet und welches Potenzial dieser Sektor" habe. Die Internet-Adresse verrät die Zeitung aber nicht. Ich vermute, diese ist gemeint.

28. Juni 2021

Mit Hochglanz-Seiten

Heute ist das "Jornal da Madeira" mit vier Hochglanz-Seiten erschienen. Der Anlass: Der 1. Juli wird als "Tag der autonomen Region Madeira" gefeiert. Dieser Feiertag ist 1976 in der Verfassung verankert worden.

Der deutsche Corona-Blödsinn

Seit einer Woche sind wir nun in Quarantäne wegen unseres Urlaubs auf Madeira. Wir sitzen im Dachgeschoss bei gefühlt 100 Grad und können nicht raus. Was mich an all dem am meisten ärgert: Am Tag nach unserer Ankunft in Berlin war Gesundheitsminister Jens Spahn in einer Pressekonferenz und erzählte, wie gut die doppelte Impfung gegen Delta schütze. 

Die Welt, 8. Juli 2021

Wind macht Flughafen Probleme

Der starke Wind an der Südküste führt heute den zweiten Tag in Folge zu Problemen am Flughafen Madeira - Cristiano Ronaldo und zwingt laut einer Flughafenquelle drei der ersten Flugzeuge, die geplant sind, auf Porto Santo zu laden. Laut der Website des Flughafens Madeira landete ein TAP-Flugzeug aus Porto, eines von Edelweiss Air aus Zürich und ein weiteres von Transavia aus Amsterdam nicht auf Madeira und flog nach Porto Santo. Gegen 10.00 Uhr wurde im Linienflugplan außerdem gemeldet, dass TAP- und easyjet-Verbindungen ab Lissabon mit planmäßigen Landungen auf Madeira um 09:00 und 09:25 Uhr gestrichen wurden.

tvi 24, 10. Juli 2021

Freitag, 9. Juli 2021

Alltägliches (XXXXVII)


Pratik Silval schreibt auf,
was Touristen unbedingt
probieren sollten.
Foto: Heinz-Peter Tjaden


Was Touristen unbedingt probieren müssen

"Ein Madeira-Tourist muss Lapas, Fleischspieß und Poncha probieren", sagt Pratik Silwal, dem in der Altstadt von Funchal das Restaurant "O velho pescador" gehört. Der 34-Jährige kommt aus Nepal. 

Sehr beliebt sei auf Madeira auch der Degenfisch mit Passionsfrucht und Bananen. Zum Unterschied zwischen portugiesischer und madeirianischer Küche sagt er: "Das ist eine ähnliche Küche, aber nicht dieselbe." Da Madeira im Atlantik liege, gebe es bei Fischen und tropischen Früchten eine größere Auswahl. 

Begrüßt werden die Gäste am Eingang des Restaurants von einem alten Fischer. Den hat Wolfgang Lass aus Rerik gemalt, der mit seiner Frau in der Altstadt von Funchal eine Galerie besitzt.   

Kennengelernt haben sich der Maler und der Restaurant-Besitzer, als Künstlerinnen und Künstler ein Projekt starteten, um die Altstadt von Funchal zu retten. Sie bemalten Türen.

"Wolfgang machte einen großen Job", sagt Pratik Silwal über den Maler von der Ostsee. "Da er neben meinem Restaurant ´Novo Piano´ eine hübsche Meerjungfrau auf eine Tür gemalt hatte, bat ich ihn um Unterstützung bei der Eröffnung des alten Fischers."

Früher ein Obstgeschäft.
Begrüßt werden die Gäste nicht nur von dem gemalten alten Fischer, sondern auch von Sonia Teixeira, die perfekt Deutsch spricht, weil sie lange in Tübingen gelebt hat. Sie kennt die Geschichte dieses Lokals wie keine andere. Sie zeigt den Gästen gern ein Wandgemälde, das ein altes Obstgeschäft zeigt. Dieses Geschäft gehört zur Vorgeschichte des Restaurants in der Rua de Santa Maria.





Treppen in Funchal

Rauf und runter

Nicht nur die Türen in der Altstadt von Funchal sind ein Thema, die Treppen sollten es auch sein. 

Sao Martinho

Runter zur Arbeit.
Manche wohnen auch unten
.
Wächst zu. 



Fast ganz in grün.

Diese Treppe führt
zum Fahrrad-Verleih
"Happy Bike".
Funchal    

Idyllisch in der Rua
Carvalho Araújo.




Mittwoch, 7. Juli 2021

EURO 2020 (XI)

Nicht bei der Sache.

Zwei Gründe für Spaniens Ausscheiden

Die Diskussionen über die Gründe des Ausscheidens der deutschen Nationalelf bei der EURO 2020 reißen nicht ab. Wundert sich heute das "Jornal da Madeira", das lieber Urlaubsfotos von Cristiano Ronaldo veröffentlicht.  Gestern soll sich auch Lothar Matthäus in der "Bild"-Zeitung zu Wort gemeldet haben. Schwamm drüber.

Beschäftigen wir uns lieber mit dem Spiel von gestern, das eigentlich Spanien hätte gewinnen müssen. Für die Niederlage im Elfmeterschießen gibt es meines Erachtens zwei Gründe, auf die Lothar Matthäus nie kommen würde. 

Erster Grund: Die Spanier sind derart verliebt in ihre eigene Spielweise, dass sie irgendwann vergessen, worauf es beim Fußball auch ankommt- und beim Elfmeterschießen ist es ihnen nicht früh genug wieder eingefallen. 

Zweiter Grund: Die weiblichen Fans der spanischen Nationalelf feuern die Spieler nur so lange an, bis die Fernsehkameras bei ihnen sind. Dann fangen sie vor Freude an zu hüpfen, stoßen ihre Freundinnen an, weil die auch im Fernsehen sind, und haben anschließend nur noch ein Thema: Wer hat uns gesehen? 

Und nun beschäftigen wir uns noch kurz mit dem Spiel von heute Abend wie gerade eben beim Kaffee trinken in Sao Martinho: Dänemark gewinnt.  

Alltägliches (XXXI)

Drei sind inzwischen
vorbestraft.

Die Insel ohne Montage
28. Mai 2021

Mit der Tauben-Bande aus der Altstadt von Funchal (drei sind inzwischen vorbestraft, das Wort "Schnellgericht" hat für sie eine neue Bedeutung bekommen) verstehe ich mich immer besser. Kaum habe ich die Tasse Kaffee abgestellt, hält eine Taube ihren Schnabel hinein, um festzustellen, ob der Kaffee die richtige Temperatur hat. Während ich mein Fahrrad an die Wand lehne, kostet diese Taube auch noch meinen Kuchen vor. 

Mit solch sympathischen Zeitgenossen kommt man natürlich schnell ins Gespräch. Heute hat es jedoch ein wenig gedauert, denn als ich ankündigte, erst am Montag wiederzukommen, stutzten die Tauben. Ich versuchte es mit dem vertonten Polizeiprotokoll des Verhörs eines Massenmörders, also mit "I don´t like mondays`, doch das half erst einmal nicht weiter. Deswegen brachte ich den Sonntag ins Gespräch. Das half. 

"Du meinst domingo", sagten sie. "Dieser Tag hat auch bei uns einen Namen, weil wir dann alle in die Kirche gehen. Schließlich haben wir einen eigenen Bischof."

"Und welche Tage haben auf Madeira noch einen Namen?", fragte ich. "Der Tag davor. Der heißt sábado. Da beten wir immer, dass Nacional Funchal und Maritimo Funchal nicht schon wieder ein Fußballspiel verlieren."

"Und was ist mit Montag?"

"Das ist segunda-feira."

Der Anführer der Tauben-Bande hat mittlerweile meinen Kuchen hinter meinem Fahrrad versteckt, die anderen Tauben haben meinen Kaffee ausgetrunken, ich melde Zweifel an.

"Der Montag müsste doch primeiro dia heißen. Primeiro für erster und dia für Tag."

"So ein Quatsch. Bei uns steht die Kirche an erster Stelle. Glaubt jedenfalls der Bischof."

Die Tauben gurren nicht, sie kichern. 

Einen habe ich aber noch.

"Ihr feiert auf Madeira doch auch Karneval. Was ist mit Rosenmontag?"

"Segunda-feira rosa", antworten die Tauben.

"Und am Aschermittwoch ist doch alles vorbei. Wie heißt der bei euch?"

"Keine Ahnung", antworten die Tauben, "da gehen wir alle zur Beichte."

Die Tauben bleiben kriminell.
Fotografiert am 7. Juli 2021.