Freitag, 17. September 2021

Corona-Virus (II)


Antonio und Angela: Szenen einer Fehde

 In einem Zeitschriftenbeitrag des portugiesischen Premierministers Antonio Costa schwingt leichter Spott über die deutsche Corona-Politik mit. Wenn Deutschland Portugal erneut auf die "rote Liste" setze, dann sei das möglicherweise ein Zeichen dafür, dass man auch im eigenen Land den Regeln nicht traue, die jetzt erforderlich seien und überall angewendet werden müssten. 

Außerdem sei in Portugal die Lage gar nicht so ernst. Er habe versucht, die deutsche Bundeskanzlerin Angelika Merkel davon zu überzeugen. Antonio Costa über seinen gescheiterten Versuch: "Ich habe sie nur über die Kausalität aufgeklärt. Aus der geografischen Verbreitung der neuen Variante und der Zunahme der Fälle, insbesondere in der Region Lissabon, wurde klar, dass es nichts mit dem Champions-League-Finale in Porto zu tun hatte."

Aber es hatte mit Fußball zu tun, möchte man hinzufügen. Und der ist für Merkel, die sich auch gern einmal mit erfolgreichen deutschen Nationalspielern ablichten lässt, derzeit kein Grund für Schnappschüsse. Also hat sie sich auch gleich Madeira mit geschnappt, als es um die "rote Liste" ging.  Obwohl es auf der Insel gar keine Delta-Variante gibt, hat seit Freitag zu gelten: Ist alles Portugal und wer dort Urlaub macht, muss nach der Rückkehr 14 Tage in Quarantäne. 

Der deutsche Corona-Blödsinn

Seit einer Woche sind wir nun in Quarantäne wegen unseres Urlaubs auf Madeira. Wir sitzen im Dachgeschoss bei gefühlt 100 Grad und können nicht raus. Was mich an all dem am meisten ärgert: Am Tag nach unserer Ankunft in Berlin war Gesundheitsminister Jens Spahn in einer Pressekonferenz und erzählte, wie gut die doppelte Impfung gegen Delta schütze. 

Die Welt, 8. Juli 2021

Rein in die Kartoffeln-raus aus die Kartoffeln

Nach einer umstrittenen Hochstufung zum Virusvarianten-Gebiet Ende Juni reisten verschreckte Urlauber in Massen frühzeitig zurück. Am 5. Juli wurden die Reisebeschränkungen dann plötzlich wieder gelockert.

Bild-Zeitung, 10. Juli 2021

Mit Covid-19 leben lernen

"Wir müssen lernen, mit Covid-19 zu leben." Diese Meinung vertritt Paul Luckman in der "Portugal News" vom 17. Juli 2021. Wer den Impfgegnern glauben wolle, der solle das tun. Vorher aber solle man sich die BBC-Dokumentation "Was steckt hinter der Anti-Impf-Bewegung?" ansehen. Hier klicken Paul Luckman: "Es könnte Ihnen bei einer vernünftigen Entscheidung helfen." Nicht nur über das Alter dieser Dokumentation wird man staunen...

Auch Madeira Hochinzidenzgebiet

Aktuell gelten nach Angaben des Robert Koch-Instituts fünf europäische Länder als Corona-Hochinzidenzgebiet: Die Niederlande, Portugal (inklusive Madeira und der Azoren), Russland, Spanien (inklusive der Balearen und Kanaren) und das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland.

Frankfurter Rundschau, 29. Juli 2021

Madeira auf WHO-Linie bei Kindern mit Vorerkrankungen

„Wir befolgen die Regeln der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und machen die Schritte, die weitere 15 Länder im Westen unternehmen“, sagte Miguel Albuquerque. So reagierte der Madeira-Chef  heute auf die von der Generaldirektion für Gesundheit (DGS) veröffentlichte Empfehlung, Kinder von 12 bis 15 mit Vorerkrankungen zu impfen.

Radio Notícias, 31. Juli 2021

Sonderweg

Bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie geht Madeira weiter seinen eigenen Weg, was auf dem Festland von Portugal getan wird, soll keine Richtschnur sein. Bei der Ausgangssperre zwischen Mitternacht und 5 Uhr morgen soll es bleiben, berichten die Medien. Der deutsche Markt sei wieder geöffnet.

14. August 2021

Dritte Impfung nötig?

Die Zahl der Corona-Toten auf Madeira liegt seit dem vermeintlichen Beginn der Pandemie seit geraumer Zeit bei 75. In den hiesigen Medien ist immer häufiger von einer dritten Impfung die Rede, in den deutschen Medien dagegen werden alle zweimal Geimpften als vollständig Geimpfte bezeichnet. Sollte sich die dritte Impfung als erforderlich erweisen, wäre noch niemand vollständig geimpft. 

17. August 2021

Nächstes Ziel: 85 Prozent

Madeira hat heute die Marke von 70 % der Bevölkerung mit vollständiger Impfung gegen Covid-19 erreicht, wobei die regionalen Behörden die Impfung von 85 % der 251.000 Einwohner des Archipels als nächstes Ziel festgelegt haben.

SAPO 24, 23. August 2021

In sechs Monaten dritte Impfung von Risikogruppen

Bis Ende September 85 Prozent zweimal geimpft, dann Impfstoff besorgen, mit dem Risikogruppen in sechs Monaten ein drittes Mal geimpft werden können. Das ist das erklärte Ziel der Regionalregierung.

SAPO 24, 31. August 2021

Scharfe Kritik an Gesundheitsbehörde

Der Präsident der Regierung von Madeira hat der Generaldirektion Gesundheit (DGS) einen Zickzack-Kurs und Unentschlossenheit vorgeworfen. 

„Was wir bisher [in Madeira] verfolgt haben, war der Prozess Israels, der im Moment bereits die dritte Dosis an einen Großteil der Bevölkerung verabreicht, und wir werden nicht auf die Unentschlossenheit und Zickzackbewegungen des DGS warten“, sagte der Chef der Exekutive Madeiras, der PSD/CDS-Koalition, Miguel Albuquerque. 

ZAP, 2. September 2021

Keine Maskenpflicht mehr

14. September 2021. Das Tragen von Masken im Freien ist keine Pflicht mehr, sondern nur noch eine Empfehlung. Die Zahl der Corona-Toten auf Madeira ist seit dem 1. August nicht mehr gestiegen und liegt bei 75. 

Keine Quarantänepflicht mehr

Für Urlaubsrückkehrer aus allen den meisten Regionen Portugals (inkl. Lissabon, Azoren und Madeira) heißt es: Sie müssen keine Einreiseanmeldung ausfüllen und in Deutschland gilt für sie keine Quarantänepflicht mehr. Die Testpflicht und Nachweispflicht bleibt allerdings bestehen.

Südwest Presse, 17. September 2021

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